Es war kaum zu glauben – wahr und wahrhaftig,

 

  es gab große Bäume und große Gewässer,

 

  und alles war voller Leben, musste man da nicht lachen...?

 

  (Astrtid Lindgren – Ronja Räubertochter)

 

 

 


 

Regen – Wetter

 

Ich muss die Regentonnen, die vom Regen der letzten Zeit reich gefüllt sind, dringend leeren, damit sie vom angekündigten Frost nicht gesprengt werden. Eimer für Eimer versickert das Wasser im Straßengraben. Im Garten selbst kann ich es jetzt nicht gebrauchen. Das „schlechte Wetter“ hat den Lehmboden stellenweise in eine klebrige und glitschige Masse verwandelt. Die Pflanzen haben schon lange keinen Durst mehr. Sonnenschein, der die reichliche Feuchtigkeit in neue Wolken verwandeln könnte, ist nicht angesagt.

 Da passt es genau, dass mir Theo ein Buch, das ihn beeindruckt hat, als Lektüre empfiehlt. Christian Sauer hat seine Gedanken zu „Regen“ eine Liebeserklärung an das Wetter wie es ist genannt. Über mehr als einhundertfünfzig Seiten spannen sich Gedanken über den Regen, das sogenannte schlechte Wetter. Wettervorhersagen und Wetter-Apps, die unser natürliches Gefühl für das Wetter beeinflussen. Unsere Alltagssprache, die mit dem Wort Regen fast ausschließlich schlechte Gefühle verbindet. Über das Risiko, sich dem Regenwetter auszusetzen und die Freude über jede kleine Pfütze in die wir als kleine Kinder hüpften. Wie Regen unsere Wahrnehmung verändert. Wie Regen zum Innehalten zwingt, wenn wir nicht einfach weitermachen können. Die Freude, wenn wir dem Regen getrotzt haben und von der Kälte der durchnässten Kleidung in der Erinnerung nur wohlige Wärme bleibt.

 Es war eine spannende Lesereise in die Welt des Regenwetters. Vielschichtig, lehrreich und humorvoll. Eigentlich bin ich im Großen und Ganzen auf dem richtigen Weg – einfach mal losgehen und sehen, wie es wirklich draußen ist. Bereichernd waren neue und andere Sichtweisen und Anregungen.

 

Mit dem Wetter hadert man nicht, man gibt sich ihm hin.

 (Udo Schroeter)

Januar 2022