"Das wirkliche Wunder besteht nicht darin, über das Wasser oder durch die Luft zu schreiten.

Es besteht ganz einfach darin, über diese Erde zu gehen.

 (Thich Nhat Hanh)

 

  


Nur „schlichtes Ackerland“?

                                        - für mehr bürgerschaftliches Engagement

 

 

Der Wasserkamp, eine Ackerfläche am südlichen Rand Hildesheims, ist seit längerem Zankapfel zwischen vielen Bewohnern der Ortsteile Itzum und Marienburger Höhe und einigen Ratsfraktionen der Stadt. Grüne, Linke und Unabhängige sind gegen eine Bebauung der Fläche,  CDU und FDP sprechen sich dafür aus. Die SPD hat sich vor der letzten Kommunalwahl ebenfalls für einen Erhalt des jetzigen Zustandes ausgesprochen und diese Position im Ortsrat aktuell bestätigt. Die Stadtratsfraktion will sich jedoch nicht festlegen, braucht für eine endgültige Entscheidung noch weitere Fakten wie zum Beispiel die Ergebnisse der archäologischen Sondierungen und der Prüfung von Naturschutzbelangen. Die Stadtverwaltung hat bisher immer wieder betont, dass es ein ergebnisoffener Prozess sei und noch keine Entscheidungen getroffen seien.

Die Aussagen des Oberbürgermeisters anlässlich des Neu-jahrsempfangs in Itzum scheinen diese Aussage jedoch Lügen zu strafen: Er hält die Bebauung des Wasserkamps für unverzichtbar und „Wir haben so viel schöne Natur rund um Itzum, da kommt es sicherlich nicht auf dieses Areal an.“

Dieses schlichte Ackerland hat einen der höchsten Bodenwerte in der Region und es wird zur Innerste hin vom FFH-Schutzgebiet „Am Roten Steine“ begrenzt. Dieser schlichte Acker ermöglicht eine einzigartige Blickachse von Itzum aus über das Innerstetal hinweg bis zum Hildesheimer Wald. Der Wasserkamp wird nicht dazu dienen,  den fehlenden Wohnraum für Studenten, Geringverdiener und ältere Mitbürger zu schaffen. Dies war der Stadt schon auf anderen, weitaus kostengünstigeren Flächen nicht im versprochenen Umfang möglich.

 

Die "Bürgerinitiative für eine lebenswerte Marienburger Höhe" und die "Itzumer für einen grünen Wasserkamp" hat dem Rat der Stadt eine Petition gegen die Bebauung des Wasserkamps mit 2.700 Unterschriften übergeben. Diese Unterzeichnenden wollen keine weitere Flächenversiegelung, nicht noch mehr Verkehr in der Marienburger Straße und nicht noch mehr Lärm und Luftverschmutzung. Sie wollen, dass eine Stadtentwicklung gerecht auf alle Hildesheimer verteilt wird. Und sie wollen nicht, dass obwohl schon jetzt bekannt ist, dass Lärm- und Fein-staubwerte über Grenzwerten liegen, ihr Anliegen als Sozialneid diskreditiert wird.

 

Oberbürgermeister und Ratsvertreter, die den Eindruck vermitteln, dass Sorgen und Befürchtungen keine Rolle spielen und Entscheidungen, entgegen allen Beteuerungen, längst getroffen sind, tragen ihren Teil zur allseits beklagten Politik-verdrossenheit bei. Bürgerschaftliches Engagement ist nicht nur einmal im Jahr Müll sammeln oder Benefizveranstaltungen organisieren, sondern kann unbequem, laut, und lästig sein und ein einfaches Durchregieren schon mal ganz schön mühsam machen.

Januar 2019

 

Wasserkamp - jetzt
Wasserkamp - jetzt
Wasserkamp - bebaut
Wasserkamp - bebaut


Sch…wetter

 

 

Die Alpen versinken im Schnee. Viel zu viel Winter und für die Betroffenen wahrscheinlich kein Genuss. Im Hildesheimer Land milde Temperaturen, eine durchgehende Wolkendecke, Dämmerlicht den ganzen Tag, Wind und Regen, Regen, Regen. Beste Bedingungen, guten Gewissens im Haus zu bleiben, ein bisschen hin und her zu räumen, gemeinsam zu kochen und den nächsten Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf zu lesen. Auch Mona versinkt beim Anblick von nassem Gras augenblicklich wieder in ihrem Winterschlaf.

Aber sie hat ein dichtes Fell und ich passende Regenkleidung und so machen wir beide uns, trotz ihres stillen Protestes, auf den Weg. Vom Gertrudenberg bei Bad Salzdetfurth in Richtung Matzenborn sind wir ungestört unterwegs. Die Bäume halten den Westwind ab, sodass der Regen nur direkt von oben kommt. Mona ist das Wetter jetzt sowieso egal. Sie schnuppert und schnürt mit der Nase am nassen Waldboden von rechts nach links und wieder zurück. Wenn ihr Gang aufrechter wird, der Kopf gereckt und die Nase in den Wind gehalten wird, hat sie etwas entdeckt, was ich noch lange nicht wahrgenommen habe. Gott sei Dank ist sie an der Leine! Nach zwei Stunden sind wir wieder zurück beim Auto – ordentlich nass und mit dreckigen Schuhen und Pfoten. Aber schön war’s.

Januar 2019